Print Friendly, PDF & Email

Arnsberg. Mit den Rathausführungen im Historischen Rathaus für sechs Arnsberger Projektschulen ist das Kulturstrolche-Projekt Arnsberg Vorreiter. „Interessant, neu, ungewöhnlich und witzig. Das ist „Best practice“ und das hat es in den Städten noch nicht gegeben. Bitte vorstellen im Mai beim Treffen aller Projektverantwortlichen“, sagte Sarah Maria Braun, Fachreferentin für kulturelle Bildung und Internetbeauftragte für das Landesprogramm „Kultur und Schule“ beim Kultursekretariat NRW Gütersloh.

Die Planung und Entwicklung des Konzeptes sowie die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rathauses, des Kulturbüros, des Immobilien-Services Arnsberg – ISA – und des Stadtbüros ist bestens gelaufen„, berichtet das Projektteam Ulrike Stratmann und Susanne Thoss vor Ort. Bei den Führungen betreten die zehn Klassen der sechs Projektschulen im Zeitraum März bis Mai das geschichtsträchtige Rathaus am Glockenturm. In rund einer Stunde lernen sie das Kulturbüro, das Stadtbüro, den Rittersaal, den Bürgersaal und die ehemaligen Räume des Sauerlandmuseums und der Volkshochschule kennen. In Raum Nr. 9, dem damaligen Gefängnis der Stadt, zeichnen die Kinder gemeinsam mit Wolfgang Wagner das Rathaus.

Vom Fingerabdruck im Stadtbüro bis zur nachgestellten Trauung im Bürgersaal ist viel Neues und Interessantes für die Kinder zu erleben und zu erfahren„, erklärt Susanne Thoss den anderen Projektverantwortlichen im Rahmen ihres Vortrages. Auch eine kurze Reise in die Vergangenheit mit kindgerecht aufbereiteten Themen wie „Der große Stadtbrand von 1709“ und der „Der Rittersaal“ steht auf dem Programm. Die Idee, die Kinder im indianischen Schleichgang leise durch das Treppenhaus und vorbei an den Büros vorbeigehen zu lassen, freut die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist ohnehin spannender für die Kulturstrolche. Die Fotos von den Rathausführungen können sich die Kinder und Lehrerinnen auf ihrer eigenen Website www.kulturstrolche-arnsberg.de später ansehen.

Kulturstrolche-Projekt Arnsberg ist Vorreiter. Foto: © Stadt Arnsberg

Kulturstrolche-Projekt Arnsberg ist Vorreiter. Foto: © Stadt Arnsberg

Im Schuljahr 2014/2015 sind insgesamt 873 Klassen aus 61 Städten und Städteverbünden als Kulturstrolche in NRW unterwegs. Das Kulturstrolche-Projekt wurde initiiert und konzipiert vom Dezernat für Bildung, Familie, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Münster. Nach einer dreijährigen Pilotphase übernahm das Kultursekretariat NRW Gütersloh 2008 die Projektidee und das Design und verbreitet das erfolgreiche Konzept seitdem in seinen Mitgliedsstädten. Das Kultursekretariat unterstützt die Städte nicht nur finanziell mit Fördermitteln aus dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, sondern auch organisatorisch als übergeordnete Projektleitung. Seit dem Schuljahr 2011/2012 fördert auch das NRW KULTURsekretariat Wuppertal das Projekt der Kulturstrolche in seinen Mitgliedskommunen. In diesem Schuljahr nehmen mehr als 745 Klassen aus 35 Mitgliedsstädten des Kultursekretariats NRW Gütersloh teil. Das NRW KULTURsekretariat Wuppertal startete im ersten Förderjahr bereits mit Schülerinnen und Schülern aus 8 Mitgliedsstädten.

Ab dem Schuljahr 2014/15 bestand auch für Nichtmitgliedsstädte der Kultursekretariate, die sich am Kulturrucksack beteiligen, für drei Jahre die Möglichkeit, an der Kulturstrolcheförderung durch Landesmittel zu partizipieren. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet: 2007 erhielt es Preise von der Initiative „Ort im Land der Ideen“ sowie von der Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder „Kinder zum Olymp!“. 2010 belegte das Projekt Kulturstrolche den ersten Platz beim Wettbewerb „Kooperation. Konkret. 2010“.

Quelle: Stadt Arnsberg