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Arnsberg / Vosswinkel Sofern man nicht unter Förstern aufgewachsen ist, sind hautnahe Begegnungen mit Jägern eher ungewöhnlich. Im WILDWALD Vosswinkel bietet sich jedes Jahr am letzten Oktober-Wochenende die Möglichkeit, mit dem Thema Jagd auf Tuchfühlung zu gehen.

Trotz schmuddeligem Herbstwetter kamen zahlreiche Besucher zum Hubertus-Wochenende vom 28. und 29. Oktober 2017 in den WILDWALD Vosswinkel. Es gab viel zu entdecken und erleben rund um das Thema Jagd. Schon früh am Samstagmorgen bauten die Feldbogenschützen Wickede e.V. ihre kleine Schießanlage auf. Mit Seilen und Pfeilfangnetzen geschützt konnten sich die Besucher an verschiedenen Jagdtechniken erproben. Die Fachleute blieben an ihrer Seite und gaben Hilfestellung. Mit ein bisschen Glück und jede Menge Geschick trafen die Pfeile, Speere und Kugeln ihr Ziel. Eifrig wurden die Ergebnisse in die Laufzettel eingetragen. Ob am Ende der große Gewinn winkt?

Foto: © Wildwald Vosswinkel

Foto: © Wildwald Vosswinkel

Um 16.00 Uhr wurde es wuselig bei den Schafswiesen. Die Mikrofonanlage stand, die Fichtenzweige lagen bereit – nur wo blieben die Jäger? Mehr und mehr Menschen sammelten sich und hielten suchend Ausschau. Da kamen sie! Fast zwanzig Jäger, Jagdhelfer und Jagdhornbläser betraten die Schafswiese. Sie trugen erlegte Rehe und Wildschweine zwischen sich – und eine Ente. Sorgsam wurden die Tiere auf die Fichtenzweige gebettet, ganz nach Tradition, und Förster Schmidt grüßte in die Runde.

Hinter ihm lag ein langer Jagdtag und er erklärte genau, wie die Jäger arbeiten und worauf sie achten. Neben der Pflege von Wald und Wild müssen Jäger, unter strenger Bewachung der Regierung, jedes Jahr auch bestimmte Tiere erlegen, weil es keine großen Raubtiere mehr gibt, die diese Aufgabe übernehmen. Werden die Wildtier-Rudel zu groß, drohen Stress, Krankheiten und Unfälle. Beim sogenannten „Strecke legen“ werden die Tiere feierlich auf die Fichtenzweige gelegt und für jede Tierart wird auf dem Jagdhorn geblasen. Damit zeigt man den Respekt und die Achtung vor der Natur.

Foto: © Wildwald Vosswinkel

Foto: © Wildwald Vosswinkel

Nach dem „Strecke legen“ stand die Verlosung der besten WILDWALD-Schützen an. Glücksfee Chiara zog zielstrebig die Laufzettel von Netti, Christiane Mai und Christel Queda-Dietrich aus dem Korb, die sich jetzt über Freikarten freuen können! Anschließend durften alle Besucher ganz nah an die Tiere, sie berühren und mit den Jägern ins Gespräch kommen. Besonders faszinierte die Ente, die am Ende der Strecke lag. Der Schnabel, die gelockten Schwanzfedern, die flachen Füße… selten gibt es eine Möglichkeit, diesem Wildtier so nahe zu kommen. Nachdem man sich ausgetauscht hatte, wie man so ein „ganzes“ Tier zubereiten kann, wechselte die Ente den Besitzer und zog mit zwei kleinen Kindern nach Hemer.

Foto: © Wildwald Vosswinkel

Foto: © Wildwald Vosswinkel

Am Sonntag [29. Oktober 2017] fand das Hubertus-Wochenende seinen feierlichen Abschluss in der großen Hubertusmesse. Aufgrund der Sturmwarnung wurde sie von der Eichenkirche verlegt unter das große Zelt. Vikar Tobias Hasselmeyer sorgte mit dem Bläsercorps Hifthorn Ense für eine sehr naturnahe Stimmung, während sich die Jagdhunde alle Mühe gaben, den Bläsergesang tat- und jaulkräftig zu unterstützen.

Selbst der berühmte Uhu des WILDWALDs blieb (fast) ruhig sitzen, während das Wochenende mit dem spannenden Austausch ein würdenvolles Ende nahm. Grüßend legten die Jäger die Hand an den Hut – bis zum nächsten Jahr beim Halali im WILDWALD.

Foto: © Wildwald Vosswinkel

Foto: © Wildwald Vosswinkel

Quelle: Waldakademie Vosswinkel e.V. im Wildwald Vosswinkel
Fotos: © Wildwald Vosswinkel