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Arnsberg / Herdringen. Langsam fängt es an zu dämmern. Die Zuschauer merken nichts von dem Kribbeln und dem Lampenfieber der ca. 45 Darsteller, die bereits hinter den Kulissen stehen und gespannt auf das dritte Zeichen warten. Das ist dann der Startschuss, dass es endlich losgeht.

Doch zuvor kommt Michael Hinse, Kassierer der Freilichtbühne Herdringen, begrüßt die rund 600 Zuschauer und bittet dann Herrn Dr. Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises, auf die Bühne. Nein, er soll nicht mitspielen aber er richtet seine Grußworte an das Publikum. Er stellt in seiner Ansprache sehr deutlich heraus, dass die Freilichtbühne Herdringen einen wichtigen Kulturbeitrag für die Region leistet und damit das Sauerland stark unterstützt.

Das Wirtshaus im Spessart

Hier zwitschern Vögel und dort hört man ein Käutzchen. Gehört das schon zum Stück oder ist es einfach die Natur, die das schön schaurige Erlebnis untermalt? Es ist egal, denn es passt sehr gut zum Stück. Die Freilichtbühne wird zum dunkelsten der deutschen Wälder. Die Bühne wird zum berühmt berüchtigten Spessartwald.

Impression aus "Das Wirtshaus im Spessart". Foto: Freulichtbühne Herdringen

Impression aus „Das Wirtshaus im Spessart“. Foto: Freulichtbühne Herdringen

Dann endlich ist es soweit: Parucchio (Georg Plümpe) und seine Frau (Vera Guntermann/Andrea Wirth), ein Zigeunerpärchen, kommen singend aus dem Publikum und erbetteln Geld für ihre Tiere. Gleichzeitig schleichen zwei Handwerksburschen (Dirk Winkler und Nils Nölke) durchs Gelände. Während der Nacht finden sie Unterschlupf in einer sehr dubiosen Spilunke mit einer sehr raubeinigen Wirtin (Andrea Köstens/Resi Neuhaus).

Franziska Comtesse von und zu Sandau (Saskia Senft) ist mit ihrem Verlobten (Raimund Schmidt), ihrer Zofe (Anika Esteban-Harms) und einem Pfarrer (Martin Guntermann) per Kutsche – in diesem Falle einer ganz besonderen aber seltsamen Kutsche – unterwegs, als sie in einen Hinterhalt der Räuber gerät. Nicht ahnend, dass es sich um die Falle der berüchtigten Spessarträuber handelt, folgen sie dem Rat zweier zwielichtiger Gestalten (Elisabeth Kroner und Jan Bobrowski) und steigen im nahe gelegenen Wirtshaus, einer getarnten Räuberhöhle ab. Dort treffen sie auf die zwei Handwerksburschen und später auf die Räuber. Die Comtesse und ihre Gefolgschaft werden als Geisel genommen, um von ihrem Vater (Andreas Köstens/Thomas Lepping) Lösegeld zu erpressen.

Impression aus "Das Wirtshaus im Spessart". Foto: Freulichtbühne Herdringen

Impression aus „Das Wirtshaus im Spessart“. Foto: Freulichtbühne Herdringen

Franziska tauscht kurzerhand mit einem der Handwerksburschen die Kleider und kann entkommen. Als die Comtesse erfährt, dass ihr Vater das Militär unter der Leitung von Obrist von Teckel (Christian Albrecht) schickt, statt das Lösegeld zu zahlen, kehrt sie zu den Räubern zurück, um in ihrer Verkleidung dem Hauptmann (Burkhard Hesse) als Burschen zu dienen. Der erkennt das falsche Spiel schon bald und verliebt sich in Franziska. Doch er hat den Korporal (Rainer Henning) als Gegner im Räuberlager. Kann der Hauptmann sich durchsetzen?

Dieses Stück macht richtig Spaß, sich anzusehen. Die Szenen sind klasse umgesetzt und viele Details werden gesangstechnisch und spielerisch super in Szene gesetzt“, bemerkt ein Zuschauer. Es fängt an mit einer sehr sonderbaren Kutsche und ebenso sonderbaren Pferden. Weiter geht es mit der musikalischen Darbietung von „Mut“ und dem Gesang von Knoll und Funzel, die ihre Rollen gekonnt umsetzen. Auch die Comtesse und der Räuberhauptmann werden von Saskia Senft und Burkhard Hesse hervorragend dargestellt. Szenenapplaus bekommen auch Georg Plümpe und Vera Guntermann wenn sie die einzelnen Szenen mit Gesang unterstützen. Besondere Lacher erntet auch Christian Albrecht mit seinem „zack, zack“.

Impression aus "Das Wirtshaus im Spessart". Foto: Freulichtbühne Herdringen

Impression aus „Das Wirtshaus im Spessart“. Foto: Freulichtbühne Herdringen

Alles in allem wird das Stück geprägt durch eine tolle Gesangsleistung, die Tim Erlmann und Kathrin Kleve aus dem Ensemble ‚heraus gekitzelt‘ haben, fantastische Kostüme und eine grandiose Gesamtleistung. Die Premierenzuschauer waren begeistert und zeigten dies mit einem lang anhaltenden Applaus. Einfach nur wunderbar.

Mit dieser Musikkomödie bringt die Freilichtbühne zum dritten Mal großes Musiktheater nach Herdringen. Bekannte Lieder wie „Ach das könnte schön sein“, „Das Wirtshaus im Spessart“, „Preußens Gloria“ und noch viele mehr werden live auf der Bühne gesungen. Der Zuschauer wird entführt in die wundersame Welt einer Musikkomödie – und das alles dargestellt und gesungen von Amateuren. Da im Stück auch getanzt wird, haben die Darsteller Hilfe und Anleitung in der Choreographie von Patricia Hoffmann erhalten.

Impression aus "Das Wirtshaus im Spessart". Foto: Freulichtbühne Herdringen

Impression aus „Das Wirtshaus im Spessart“. Foto: Freulichtbühne Herdringen

Die große Frage ist nun: Wie kommt der Besucher der Freilichtbühne an die Eintrittskarten? Welche Plätze sind zu buchen? Wo kann man gut sehen? All diese Fragen werden gern am Telefon beantwortet und der Zuschauer kann dann sofort seine Karte buchen. Die Kartenhotline ist über 02932-39140 freigeschaltet. Das Telefon ist Montag bis Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10:00 bis 12:00 Uhr freigeschaltet. Zusätzlich ist auch die Buchung rund um die Uhr per Internet über www.flbh.de möglich. Gespielt wird bei jedem Wetter, denn die Zuschauerplätze sind komplett überdacht.

Quelle: Freilichtbühne Herdringen