Arnsberg. Der RuhrtalRadweg verbindet: Vom lauschigen Bach zum größten Binnenhafen der Welt; vom mittelalterlichen Schlösser- und Fachwerkidyll durch beeindruckende Industriekulturlandschaften zum postmodernen Hafenflair; von abgeschiedenen Waldwegen zu gut ausgebauten Ruhruferpromenaden – und jetzt auch noch Kunst!
Ab sofort ergänzen 16 künstlerische Installationen an RWE-Bauten die Vielfalt der 230 Kilometer langen Strecke entlang des Ruhrlaufs zwischen Winterberg und Mülheim an der Ruhr. Der RuhrtalRadweg wird damit zur größten Open-Air-Kunstgalerie in Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen des RUHR.2010-Projekts „Kunstpfad Ruhr“ wurden in Arnsberg gleich an vier RuhrtalRadweg-Stationen Ideen realisiert und nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

„Ohne Titel“ hat Künstlerin Monika Gauer (im Bild) ihr auffälliges Werk am Ratshausplatz in Arnsberg belassen. Foto: Sauerland-Tourismus e. V.
Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel begrüßte dazu im Rahmen eines Pressegesprächs gemeinsam mit Thomas Kohlstrung, Leiter des RWE-Regionalzentrums Arnsberg, Daniela Berglehn, Referentin Bürgerschaftliches Engagement, RWE AG, sowie stellvertretend für alle aktiven Kunstpfad-Kreativen die Künstler Monika Gauer (Freie Akademie der bildenden Künste Essen), Patricia Murawski und Felix Ewers (beide Folkwang Hochschule Essen) und ließ sich ihre Arbeit präsentieren.
Wie an vielen Orten säumen auch in Arnsberg stumme Zeugen der Energieversorgung das Ruhrtal. „Mit Hilfe der Kunst sollen ungewohnte Sichtweisen auf das Thema „Energie“ eröffnet werden“, erläutert Daniela Berglehn das Ziel des Projekts. Sie wünscht sich, dass viele RuhrtalRadweg-Radler an den einzelnen Stationen kräftig in die Bremsen treten und sich auf neue Weise fragen: Wie wird Energie erzeugt, umgewandelt und transportiert? Monika Gauer hat dazu die Gasstation am Marktplatz in Arnsberg-Neheim komplett mit leuchtend-gelben Diffusoren-Platten (Schallstreu-Platten aus dem Akustikbau) umhüllt. Die Künstlerin greift mit ihrer Idee einerseits die gelbe Farbe von Gas auf, andererseits die Dienstleistung der RWE Rheinland Westfalen Netz AG, die Schallwellen an die Verbraucher zu verteilen.

Teilnehmer des Pressegesprächs am 12.07.2010 beim Ortstermin an der Installation „Primus inter pares“ in Arnsberg-Neheim. Foto: Frank Peterschröder
Ebenfalls in Neheim, direkt unterhalb der Ohlbrücke, haben Studenten der Folkwang Hochschule Essen zwei bestehende Gasmerkpfähle zu einer ganzen Gaspfahl-Gruppe in Form eines Vogelschwarms ergänzt. „Primus inter pares“ heißt das Werk treffend – also „Erster unter Gleichen“. Denn nur wenige Versorgungsleitungen sind tatsächlich für den Betrachter und Energie- Verbraucher sichtbar, erläuterte Thomas Kohlstrung. „Im Einklang mit der Natur, verlaufen sie unterirdisch und damit für den Energie-Verbraucher unsichtbar und unbemerkt.“
An der Unterführung am RWE Regionalzentrum Arnsberg übersetzen Katrin Keller und Alina Schneider (FH Dortmund) das Thema „Energie“ in „Kraft und Bewegung“. Mittels eines als Vexierbild dargestellten Radfahrers schlagen sie mit ihrer Projektidee auch einen direkten Bogen zu den RuhrtalRadweg-Nutzern. Hier sollte man allerdings nicht in die Bremse treten, denn das Bild „Moving Bike“ beginnt scheinbar erst mit dem schnellen Wechsel der Blickrichtung zu leben.

Die Kunstinstallation „Primus inter pares“ in Arnsberg-Neheim haben Studenten der Folkwang Hochschule in Essen erdacht und realisiert. Foto: Frank Peterschröder
Einen Gang runterschalten sollte man allerdings in Arnsberg-Uentrop. Sascha Nöcker und Mario Krzykowski (Fachhochschule Dortmund) umbauten eine Gasstation zum „green mound“. Ihre Idee: Transparenz schaffen und Natur und Technik in Einklang bringen. Insgesamt beteiligten sich am Kunstpfad Ruhr junge Künstlerinnen und Künstler der Kunstakademie Münster, der Folkwang Hochschule in Essen, der Freien Akademie der bildenden Künste in Essen und des Design-Studiengangs der Dortmunder Fachhochschule an dem Kulturhauptstadt-Projekt.
Auch nach 2010 bleiben die Installationen erhalten und bereichern so dauerhaft den Fernradweg an der Ruhr. „Ich freue mich sehr, dass die RWE gemeinsam mit dem RuhrtalRadweg die Europäische Kulturhauptstadt auch ins Sauerland gebracht hat. Arnsberg, mit gleich vier realisierten Werken im Stadtgebiet, stellt damit sogar neben Essen im Ruhrgebiet einen von zwei Kunstpfad-Schwerpunkten dar“, sagte Bürgermeister Vogel. Er ergänzte, er sei sich sicher, dass das Projekt nicht nur die Attraktivität des RuhrtalRadweges weiter steigere, sondern auch das touristische Vermarktungspotenzial der Stadt Arnsberg als „heimliche Hauptstadt des RuhrtalRadwegs“ vorteilhaft ergänze.

Patricia Murawski und Felix Ewers gehören zu den Studenten der Folkwang Hochschule Essen, die die Kunstinstallation „Primus inter pares“ in Arnsberg-Neheim kreiert haben. Foto: Sauerland-Tourismus e. V.
Der mehrfach ausgezeichnete RuhrtalRadweg hat bereits über 350.000 radelnde Gäste an den attraktivsten Kunst- und Kulturhighlights der Region entlang geführt. Durch das Projekt „Kunstpfad Ruhr“ wird er selbst zur originellen Ausstellungsstrecke. Informationen zum Projekt Kunstpfad Ruhr im RWE-Kulturportal unter: www.energiekulturruhr.de.
Quelle: Sauerland-Tourismus
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Welcher Redakteur hat diesen Beitrag veröffentlicht? Veröffentlicht von: Redaktion
am 13. Jul 2010 und wurde einsortiert unter:
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