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Arnsberg. Hubert Hölscher, ehemaliger Leiter des Städtischen Franz-Stock-Gymnasiums, langjähriges Mitglied des Rates und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Arnsberg, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Im Mittelpunkt seiner über 35-jährigen Arbeit als Pädagoge, Lehrer und Schulleiter stand stets die Entwicklung junger Menschen zu eigenständigen Persönlichkeiten.

Für die Gestaltung des Franz-Stock-Gymnasiums beanspruchte er Selbständigkeit und Eigenverantwortung, noch bevor die selbständige Schule in NRW Programm wurde. Hubert Hölscher nutzte seine Möglichkeiten, um auf die besonderen und vielfältigen Situationen junger Menschen eingehen zu können. Gemeinsam mit seinem Kollegium setzte Hubert Hölscher als erster im weiten Umfeld den Ganztag an einem Gymnasium durch. Damit eröffnete er den Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven in der Lebenswelt Schule.

Hubert Hölscher arbeitete ehrenamtlich 20 Jahre lang im Rat der Stadt Arnsberg mit. Er nahm zehn Jahre lang die Aufgabe des stellvertretenden Bürgermeisters wahr. Sein besonderes Engagement im Rat und als stellv. Bürgermeister galt der Stadtkultur und der Kultur in der Stadt sowie der Weiterentwicklung der Schullandschaft und neuen sozialen Fragestellungen. In seinem Beruf und seinem bürgerschaftlichen Engagement war Hubert Hölscher stets anspruchsvoll. Anspruchsvoll gegenüber sich selbst und anderen. Er forderte andere, ohne sie zu überfordern. Hubert Hölscher ging nicht im Kreis, er ging voran.

Er unterstützte die Flüchtlinge, deren Überlebenswille sie nach Arnsberg gebracht hatte. Zum einen setzte er sich im Rahmen seines Engagements für Amnesty International für die universellen Menschenrechte und gegen Gewalt auch und besonders in den Heimatländern der Flüchtlinge ein. Zum anderen kümmerte er sich ganz praktisch um die Flüchtlinge in unserer Stadt. Er organisierte Bildungsmaßnahmen und wehrte sich gegen Bevormundung der Flüchtlingsfamilien. Hubert Hölscher engagierte sich auch ehrenamtlich für Bildung, Kunst und Kultur in Arnsberg. Bildung, Kunst und Kultur waren für ihn notwendige Gegengewichte gegen die Vereinnahmung des Menschen durch die Ökonomie. Seine kulturelle Offenheit, seine große literarische und allgemeine Bildung und seine Denkkraft setzte er für die Entwicklung und Wahrung immaterieller Werte ein, ohne die es für ihn keine Stadt, keine wirkliche Lebensqualität und keine politische Gestaltung gab.

Wir sind traurig über seinen Tod und danken ihm für seine enormen öffentlich wirksamen Leistungen. Hubert Hölscher hat sich um Stadt und Stadtkultur und ihre Zukunft in besonderer Weise verdient gemacht. Wir werden Hubert Hölscher nicht vergessen, und wir werden seine Arbeit in die Zukunft weitertragen.

Quelle: Stadt Arnsberg