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Arnsberg. Schätzungsweise sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an der Koronaren Herzkrankheit (KHK), der Vorläuferkrankheit des Herzinfarkts. Einen Herzinfarkt erleiden nach Schätzungen jährlich 290.000 Menschen in Deutschland, 55.000 Menschen sterben daran.

Die KHK beginnt früh, oft schon Jahrzehnte vor dem Herzinfarkt. Viele der lebensbedrohlichen Folgen dieser Erkrankung der Herzkranzgefäße, also der Adern, die das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, ließen sich durch rechtzeitige Erkennung und Behandlung vermeiden“, warnt Dr. med. Dirk Böse, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Klinikum Arnsberg. „Leider wissen nur wenige, welche Risiken verantwortlich für die Entstehung der KHK sind und wie man vorbeugen oder bestehenden Risiken begegnen kann. Mit fundierter Aufklärung, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Herzstiftung, wollen wir das ändern.

Im Rahmen der diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung lädt das Klinikum Arnsberg gemeinsam mit Dr. Norbert Albersmeier, dem Vertreter der Deutschen Herzstiftung für den HSK, alle Interessierten am 17. November 2015, ab 18:00 Uhr, zu einem Vortragsabend zum Thema „Herz in Gefahr: Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“ in die Schützenhalle Hüsten ein. Dr. med. Dirk Böse, Chefarzt der Klinik für Kardiologie sowie Dr. med. Ulrich Born, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie, Klinikum Arnsberg, informieren in verschiedenen Vorträgen über das Thema Herzinfarkt und dessen Grunderkrankung, die KHK.

Grafik: © www.herzstiftung.de

Grafik: © www.herzstiftung.de

Folgende Fragen stehen im Fokus

Wie kann man sich vor der KHK schützen? Was bewirken Bewegung und Ernährung? Diagnostik heute: Mit welchen Verfahren wird die KHK aufgedeckt? Welche Alternativen zum Herzkatheter gibt es? Medikamente: Welche? Wann? Wie lange? Behandlung mit Stents: Was ist neu? Stent oder Bypass: Kann die Stent-Behandlung die Bypass-Operation ersetzen? KHK bei Frauen: Was ist bei Frauen anders? Herzinfarkt: Was tun im Notfall?

Die Referenten stehen im Anschluss für individuelle Fragen zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

Symptome: Woran erkennt man einen Herzinfarkt?

Warum sollte beim Herzinfarkt sofort der Notruf 112 gerufen werden? Das Zögern vor dem Notruf 112 ist beim Herzinfarkt so gefährlich, weil der Infarkt jederzeit lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) auslösen kann, die, wenn sie nicht sofort behoben werden, zum Herzstillstand führen. „In dieser Situation kann nur der mit der 112 herbeigerufene Rettungswagen mit einem Notarzt den Patienten durch den Einsatz eines Defibrillators vor dem plötzlichen Herztod schützen“, warnt Dr. Böse.

Dr. med. Dirk Böse, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Klinikum Arnsberg. Foto: © Studiorama Photography Arnsberg

Dr. med. Dirk Böse, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Klinikum Arnsberg. Foto: © Studiorama Photography Arnsberg

Schnelle Reaktion hilft Leben zu retten und Folgeschäden zu vermeiden

Bei einem Herzinfarkt werden Teile des Herzmuskels aufgrund einer Verstopfung eines Herzkranzgefäßes nicht mehr durchblutet. Je länger dieser Zustand andauert desto größer sind die Schäden. „Der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung des Herzinfarktes liegt beim Patienten und seinen Angehörigen. Je eher wir einen Infarktpatienten in unserem hochmodernen Herzkatheterlabor behandeln, desto mehr Herzmuskel und damit Pumpkraft des Herzens können wir erhalten“, betont Dr. Böse. „Der Herzinfarkt ist heute so gut behandelbar, so dass sich das Herz bei einer schnellen Behandlung in der Regel vollständig erholen kann.“ Fatal sind Zeitverluste von Stunden oder gar Tagen aufgrund von Abwarten, Scheu vor Fehlalarm besonders am Wochenende oder an Feiertagen.

Gibt es Vorboten eines Herzinfarkts?

Dem Herzinfarkt geht oft jahrzehntelang unbemerkt die koronare Herzkrankheit (KHK) voraus. Die KHK ist durch Brustschmerzen und/oder Atemnot charakterisiert, die bei körperlicher Belastung (Treppensteigen, Getränkekisten tragen) oder seelischer Erregung auftreten. Endet die Belastung, verschwindet der Schmerz in wenigen Minuten wieder (stabile Angina pectoris). Die koronare Herzkrankheit kann jahrelang stabil bleiben, aber sie kann gefährlich werden, weil sie die Grundlage für den Herzinfarkt darstellt. Nimmt die Intensität oder Dauer der Angina-pectoris-Anfälle zu, sollte der Patient sofort einen Internisten oder Kardiologen aufsuchen. Ist ein Termin nicht sofort zu erhalten, sollte man sich an die Ambulanz der nächstgelegenen Klinik mit Herzkatheterlabor wenden. In Arnsberg ist dies der Klinikum Arnsberg Standort Karolinen-Hospital in Hüsten.

Quelle: Klinikum Arnsberg GmbH