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Arnsberg. „Arbeitswelt und Familie“ – unter diesem Thema fand ein Workshop auf Einladung des Netzwerks W in den Räumlichkeiten des Unternehmens-verbands Westfalen-Mitte statt.

Auftakt zu der viel diskutierten und im Hinblick auf den Fachkräftemangel sehr bedeutenden Thematik war eine Veranstaltung für Unternehmen im HSK, die im Handelshof Arnsberg Anfang Februar einen ersten Einblick ermöglichte. Jetzt fanden sich interessierte Personalreferenten und Betriebsräte zusammen, um intensiver an individuellen Lösungen und Strategien zu arbeiten. Dr. Verch, Geschäftsführer des Unternehmensverbands, begrüßte die Anwesenden und machte deutlich, dass der Fachkräftemangel im Hochsauerlandkreis angekommen sei und Unternehmen und Betriebe der Region an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein großes Interesse haben. „Die Wichtigkeit des Themas ist nicht nur von der Politik vorgegeben, sondern findet auch großes Interesse bei den Firmen“, so Dr. Verch.

Teilnehmende aus den Unternehmen und Institutionen am Workshop „Familienfreundlichkeit zahlt sich aus“ im Unternehmensverband Westfalen-Mitte. Foto: moveo gemeinnützige GmbH

Frau Gundula Grzesik vom Zeitbüro FOM in Essen führte mit vielen Beispielen und Modellen durch den Workshop. Sie legte dar, wie wichtig es besonders bei Tätigkeiten in Schicht- und Nachtarbeit ist, nicht nur auf eine familienorientierte Arbeitszeit sondern auch auf gesundheitliche Aspekte zu achten. Das Zeitbüro hat schon viele Unter-nehmen erfolgreich beraten und daher konnte Frau Grzesik mit aussagekräftigen Statistiken und einem Beitrag aus „Quarks & Co.“ von der wesentlichen Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Mitarbeiter überzeugen und generelle Vorteile von familienbewussten Strukturen in der Personalpolitik aufzeigen. Während des Workshops fand ein reger Austausch der Beteiligten statt.

Aufschlussreich gestaltete sich auch die Diskussion um Problemlagen, die den Betrieben gemeinsam waren. Als Fazit stellten die Teilnehmer fest: „Nacht- und Schichtarbeit lässt sich schwieriger mit den Familienaufgaben und Anforderungen der Mitarbeiter vereinbaren. Im Verwaltungsbereich gibt es einfach mehr Möglichkeiten für verschiedene Arbeitsmodelle.“ Trotzdem bleiben die Personaler der Region am Ball und werden die Anregungen aus dem Workshop mit in ihren Betrieb nehmen. So fand z.B. die Umstellungsmöglichkeit der Schichtpläne auf ein gesundheitsförderlicheres Modell großes Interesse. Beide Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, profitieren langfristig von gesunden, leistungsfähigen Mitarbeitern.

Im Laufe der Veranstaltung wurde auch klar, wie viele Ansätze für Familienfreundlichkeit schon praktiziert werden. Häufig sind individuelle Absprachen möglich aber es finden auch größer angelegte Projekte statt, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Jetzt ist es Aufgabe der Unternehmen, diese gelebten Strukturen an die Öffentlichkeit zu bringen, um die Mitarbeiter zu informieren und möglichst viele Nach-ahmer auf Arbeitgeberseite zu finden.

Im Hochsauerlandkreis werden für die nächste Zeit einige Projekte in Richtung familienbewusste Personalpolitik geplant, unter anderem von der Wirtschaftsförderung des HSK. Auch der Unternehmensverband Westfalen-Mitte hat sich dieses Thema vorgenommen und die positive Resonanz auf die Konferenzen des Netzwerks W in diesem Jahr zeigt, dass ein großer Handlungsbedarf besteht.

Quelle: moveo gemeinnützige GmbH