Print Friendly, PDF & Email

Arnsberg. Es ist ein wichtiger Tag für all jene, die sich seit langem aus Überzeugung für die Einführung der neuen Schulform „Sekundarschule“ in Arnsberg einsetzen: Am kommenden Montag [17. September 2012] geht die Befragung der Eltern in Arnsberg in die nächste Runde. Nachdem ein erster Anlauf vor einiger Zeit erfolglos verlief, blicken alle Beteiligten dank intensiver Vorbereitung nun sehr zuversichtlich auf das bevorstehende Feedback der Bürgerinnen und Bürger.

Das Prinzip der Sekundarschule offenbart nach genauerem Hinsehen viele Stärken: Schüler lernen länger als bisher gemeinsam – ohne also vorzeitig auf unterschiedliche Schulformen aufgesplittet zu werden. Während dieser gemeinsame Unterricht im Klassenverband die Talente jedes Einzelnen eben durch die Vielfalt der Charaktere fördern will, werden die individuellen Potenziale der Schülerinnen und Schüler keinesfalls vernachlässigt, wie manch einer befürchtete: „Ein Hauptziel der Sekundarschule ist es ja gerade, darauf zu vertrauen, dass Schüler ihren individuellen Lernweg selbstständig beschreiten“, erklärt Esther von Kuczkowski, leitendes Mitglied der Konzeptgruppe zur Einführung der Sekundarschule. „Indem die Kinder und Jugendlichen also eigenständig – aber dabei natürlich mit intensiver Unterstützung durch Lehrer und Eltern – ihren Lernstand reflektieren, wachsen sie an sich selbst und erfahren, wo ihre speziellen Talente und Schwächen liegen.

Gemeinsam lernen, individuell wachsen

Ab der 7. Klasse findet dann eine Leistungsdifferenzierung in einzelnen Kernfächern wie Mathe, Englisch und Deutsch statt – so sieht es das Konzept für die neuen Sekundarschulen in Arnsberg vor. „Wir erwarten uns von der neuen Schulform der Sekundarschule, dass gerade in der Kombination von gemeinsamen Lernen, individueller Förderung und eigenständiger Reflektion ein großer Gewinn für jeden Schüler liegt“, so von Kuczkowski. „Die anfängliche Sorge einiger Eltern, ihr Kind könne durch das Zusammentreffen unterschiedlicher Leistungsniveaus vernachlässigt werden, halten wir aufgrund der Erfolge von Schulen, die bereits nach vergleichbaren Konzepten arbeiten, für unbegründet.

Diese Aussage zu belegen und mit Leben zu füllen, war Ziel dreier Infotermine in den vergangenen Wochen, zu denen die Konzeptgruppen in Arnsberg und Neheim-Hüsten zur Einführung der Sekundarschule alle interessierten Eltern eingeladen hatte. Die Resonanz war groß: Während an einem ersten Eltern-Workshop am 28. August 2012 rund 70 Teilnehmer gezählt wurden, interessierten sich für die beiden Informations-abende am 5. und 11. September in Hüsten und Alt-Arnsberg insgesamt über 350 Besucher – darunter Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie zahlreiche engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Für einen praxisnahen Einblick in die Abläufe und Eigenheiten einer Sekundarschule sorgten in diesem Zusammenhang Vertreter der Gemeinschaftsschule Billerbeck, deren Schüler schon jetzt von den Stärken gemeinsamen Lernens profitieren – und das sichtbar mit Erfolg: „Unsere Schüler lernen zusammen, erfahren aber dabei intensive Einzelförderung. So gehen wir auf die Potenziale jedes Einzelnen ein und bringen diese zur Entfaltung“, erklärte Schulleiterin van der Wielen. Der Erfolg der Billerbecker Schule beruht maßgeblich auf der Philosophie, dass Lehrer Vertrauen in die Lern- und Verantwortungsbereitschaft junger Menschen entwickeln. Dass das nicht nur leere Worte sind, veranschaulichten die Erzählungen derer, die es wissen müssen: Den Schülern der Billerbecker Schule. Einige von ihnen waren eigens zum Eltern-Workshop angereist und überzeugten die Teilnehmer mit ihrem positiven Feedback zur neuen Lernweise. Diese kann sich offenbar auch landesweit sehen lassen: Im Rahmen von NRW-weiten Lernstandserhebungen stellt sich die Billerbecker Gemeinschaftsschule selbstbewusst dem Vergleich mit anderen Schulsystemen.

Befragung der Eltern steht kurz bevor

Ziel der beiden an diesen Termin anknüpfenden Infoabende am 5. und 11. September 2012 wiederum war es, die Idee der Sekundarschule für Arnsberg zu konkretisieren. Wo sollen die neuen Schulen starten? Welche Konzepte stecken dahinter und wie sähe ein typischer Schultag aus? Fragen wie diese wurden von Ansprechpartnern aus Schulen, Schulaufsicht sowie aus dem zuständigen städtischen Fachbereich umfassend beantwortet. „Wir haben hierbei bewusst sehr viel Raum für die Fragen der Eltern gelassen“, so Gerd Schmidt, Fachbereichsleiter für Schule, Jugend und Familie.

Nach einem so intensiven Vorlauf, der stark von der konstruktiven Mitwirkung der Eltern profitierte, warten nun alle Beteiligten gespannt auf die Ergebnisse der Elternbefragung. Ab kommendem Montag [17. September 2012] erhalten die Eltern der 3. und 4. Jahrgänge der Grundschulen in Arnsberg die entsprechenden Fragebögen. Dann wird sich zeigen, ob die Arnsberger Bürgerinnen und Bürger bereit sind für eine neue, innovative und wegweisende Form des Lernens. Bis diese Wirklichkeit wird, würde es nicht lange dauern: Wenn die Befragung und das Anmeldeverfahren im Februar/März nächsten Jahres positiv ausfallen, ist die Sekundarschule schon ab dem Schuljahr 2013/2014 fester Bestandteil des Schulangebots in Arnsberg.

Quelle: Stadt Arnsberg