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Arnsberg. Parkinson ist keine Alterskrankheit mehr. Junge Parkinsonkranke haben ganz andere Probleme als im Alter Betroffene. Nur wenige MitbürgerInnen wissen, dass Parkinson heute keine reine Alterserkrankung mehr ist, sondern auch sehr junge Menschen treffen kann, ohne dass man die Ursache kennt. Etwa 10% der Betroffenen erkranken vor dem 40. Lebensjahr.

Da auch bei jungen Patienten die Bewegungskoordination nicht klappt, diese also manchmal zittern und „komisch“ gehen, werden sie automatisch als betrunken oder gar unter Drogen stehend, verlacht. Der juvenile Parkinson ist in Krankheitsbild und -verlauf nicht mit dem Altersparkinson vergleichbar. Das gilt auch für Diagnose und Therapie. Die Nebenwirkungen der Medikamente werden mit der Zeit stärker und sind immer schwerer in den Griff zu bekommen. Junge chronisch Kranke haben zusätzliche Probleme sowohl in menschlicher wie in sozialer, wirtschaftlicher und partnerschaftlicher Hinsicht. Die geistigen Fähigkeiten sind nicht betroffen. Sie sehen die Situation klar und entwickeln oft, da sie früh aus dem Erwerbsleben scheiden, Minderwertigkeits- und Schuldgefühle. Da das Leiden nicht verborgen werden kann, tendieren viele dazu, sich zu verstecken.

Mit diesem ernsten Thema befasst sich daher eine Informationsveranstaltung am 24. April ab 18 Uhr im Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg, Clemens-August-Str. 120, in 59821 Arnsberg. Als Referent konnte Dr. Alexander Simonow gewonnen werden. Er istärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik Sorpesee. Dr. Simonow wird über das Beschwerdebild des jungen Parkinson-Erkrankten, über die Symptomatik, die Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten referieren.

„Mit 43 Jahren habe ich die Diagnose ‚Parkinson‘ erhalten“, so Heike Stach. „Das traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Am Anfang wollte ich es gar nicht glauben, hatte ich doch während meiner Pflegeausbildung gelernt, dass es sich um eine Alterskrankheit handelt. Ich sah mich schon zitternd im Rollstuhl sitzen mit Hilfe beim Essenanreichen in Anspruch nehmend. Ich begann, mich mit dem Krankheitsbild des Jungen Parkinson Erkrankten auseinanderzusetzen und merkte schon bald, dass ich den Austausch zu gleichgesinnten jungen Leuten brauchte. Was Selbsthilfegruppen angeht, wurde ich auch fündig, nur nicht für junge Menschen. Im Januar diesen Jahres verdeutlichte mir Dr. Simonow in einem persönlichen Gespräch die Zunahme der jungen Parkinson Erkrankten. Deshalb habe ich mich auf seine Anregung hin dazu entschlossen, eine Selbsthilfegruppe für junge Menschen im Hochsauerlandkreis zu gründen.“

In Kooperation mit der Klinik Sorpesee Sundern, wo auch die künftigen Treffen stattfinden werden, und der AKIS im HSK wird das Vorhaben von Heike Stach zur Gründung der Gruppe unterstützt. Im Mai soll der Gesprächskreis für junge Parkinson Betroffene, Bekannte und Angehörige starten. Datum und Uhrzeit der künftigen Treffen werden am Informationsabend je nach Interesse abgestimmt.

Interessierte wenden sich bitte an Heike Stach, Tel.: 02937/827246 (ab 19 Uhr) oder die AKIS im HSK, Marion Brasch, Tel.: 02931 9638-105, e-Mail: selbsthilfe@arnsberg.de.

Quelle: Stadt Arnsberg