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Arnsberg. Am Sonntag [23. Februar 2014] ist der 20. Todestag von Csilla von Boeselager. Aus diesem Anlass ist die Grabkapelle im Schlosspark von Höllinghofen bei Voßwinkel eine Woche lang für Besucher geöffnet. Die Gründerin der Stiftung „Osteuropahilfe e.V.“ war europaweit bekannt geworden, als sie 1989 Tausenden von ostdeutschen Flüchtlingen in Budapest innerhalb weniger Stunden ein Dach über dem Kopf verschaffte.

Während und nach der Wende baute sie in Ungarn die erste private Hilfsorganisation im Ostblock auf, den „Ungarischen Malteser Caritas Dienst“ (UMCD). Nach dem Fall der Mauer weitete sich die Arbeit des UMCD nach Rumänien und in die Ukraine aus. Über 250 Lastzüge mit Sachspenden im Wert von 70 Millionen Mark schickte die Stiftung seit dem an Krankenhäuser, Sterbeheime und andere Einrichtungen.

Csilla von Boeselager mit Flüchtlingen 1991. Foto: Franziskus Frhr. v. Ketteler

Csilla von Boeselager mit Flüchtlingen 1991. Foto: Franziskus Frhr. v. Ketteler

Csilla von Boeselager starb 1994 auf Schloss Höllinghofen an Krebs. Bei der Beisetzung der gebürtigen Ungarin in der Grabkapelle sagte Staatssekretär Dr. Horst Waffenschmidt: „Sie war eine Baumeisterin am Haus Europa, denn sie hat kleine Inseln der Hoffnung geschaffen. Ihr Liebeswerk muss uns Verpflichtung sein, in ihrem Sinne weiter zu arbeiten, denn sie hat Brücken gebaut zwischen den Menschen und Völkern“.

Heute wird die Stiftungsarbeit durch die Familie Csilla von Boeselagers sowie durch Freunde und Unterstützer fortgeführt. Im vergangenen Jahr gelangten so Geldspenden in Höhe von 99.600 Euro und Sachspenden im Wert von 1.000.000 Euro nach Polen, Ungarn, Serbien, Rumänien und in die Ukraine. „Wir konzentrieren uns auf die Ärmsten, also auf die Heimatlosen, Sterbenden und Kranken“, sagt Ildikó von Ketteler-Boeselager, die älteste Tochter der Gründerin und 2. Vorsitzende der Stiftung. Erst vor zwei Monaten organisierte die Architektin zusammen mit der kfd-Neheim sowie mehr als 350 Kindern aus den umliegenden Schulen und Kindergärten eine Päckchenaktion für Kinder aus armen Familien in Magyarcsernye (Serbien) und Szeged (Ungarn) „Für viele Kinder waren die Pakete aus Voßwinkel, Wimbern und Wickede das einzige Weihnachtsgeschenk überhaupt,“ so Ildikó von Ketteler-Boeselager.

Die Töchter Csillas führen die Arbeit fort: Ildikó von Ketteler-Boeselager u. Ilona von Boeselager. Foto: Franziskus Frhr. v. Ketteler

Die Töchter Csillas führen die Arbeit fort: Ildikó von Ketteler-Boeselager u. Ilona von Boeselager. Foto: Franziskus Frhr. v. Ketteler

Für ihren Einsatz erhielt Csilla von Boeselager das Bundesverdienstkreuz. Überdies zeichnete die damalige Bundespräsidentin Rita Süssmuth sie mit dem Preis „Frauen für Europa“ aus und der verstorbene Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt verlieh ihr die Paderborner „Liboriusmedaille“.

Aus Anlass des 20. Todestages von Csilla von Boeselager veröffentlicht die Stiftung einen neunminütigen Film, der von nun an unter www.boeselager-osteuropahilfe.de zu sehen ist und die Geschichte und Arbeit der Stiftung von 1988 bis heute darstellt.

Wir sind sehr glücklich, dass der Regisseur und alle, die am Film mitgewirkt haben, ihre Arbeit kostenfrei zur Verfügung gestellt haben“, sagt Ilona von Boeselager, Kommunikationsverantwortliche der Stiftung. „So bleiben wir ein weiteres Mal unserm Prinzip treu, dass die Spenden zu 100 % den Straßenkindern, Obdachlosen und anderen Bedürftigen in Osteuropa zu Gute kommen.

Nothilfeprojekt: Amenküche für Kinder, Beregovo, Ukraine. Foto: Franziskus Frhr. v. Ketteler

Nothilfeprojekt: Amenküche für Kinder, Beregovo, Ukraine. Foto: Franziskus Frhr. v. Ketteler

Spendenkonto:

Csilla von Boeselager Stiftung Osteuropahilfe
Sparkasse Arnsberg-Sundern
Swiftcode/BIC: WELADED1ARN
IBAN: DE41 4665 0005 0000 0333 32
www.boeselager-osteurophilfe.de

Quelle: Franziskus Frhr. v. Ketteler