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Arnsberg. Die Anwohnerinnen und Anwohner der beiden Arnsberger Straßen „Maria-Kahle-Weg“ und „Karl-Wagenfeld-Straße“ haben sich auf neue Straßennamen verständigt: Der Maria-Kahle-Weg soll nach dem einstimmigen Wunsch der dort ansässigen Bürger künftig „Mozartweg“ heißen, für die Karl-Wagenfeld-Straße befürwortet die Mehrheit der betroffenen Anwohner den Namen „Clara-Schumann-Straße“. Bürgermeister Hans-Josef Vogel wird deshalb diese Namensgebung zur Beschlussfassung in den beiden zuständigen Bezirksausschüssen Herdringen und Hüsten vorschlagen.

Der Rat der Stadt hatte im Dezember 2013 einstimmig beschlossen, beide Straßen umzubenennen und bei der Namensgebung die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner im Rahmen bürgerschaftlichen Engagements zu beteiligen.

Grund für die Umbenennung der Straßen ist die Tatsache, dass sowohl Maria Kahle (1891-1975) als auch Karl Wagenfeld (1869-1939), nach denen die jeweiligen Straßen einst benannt worden waren, nach neueren Erkenntnissen eine besondere Nähe zum Nationalsozialismus aufweisen und Rassismus förderten. Wagenfeld hat als Vertreter eines rassenideologisch durchsetzten „Stammesgedanken“ ab 1933 für einen nahtlosen Anschluss der westfälischen Heimatbewegung an das 3. Reich bewirkt und trat aus Überzeugung der NSDAP bei. Kahles früheste Hitler-Hymne stammt aus dem Jahr 1923; zeitgleich mit den NS-Massenmorden verglich sie Juden mit „Schmarotzerpflanzen“ im Urwald.

Straßenbenennungen stellen bei uns in Arnsberg und im Sauerland eine Ehrung einer Person dar oder sind Ausdruck des Respekts und der Erinnerung an Opfer von Gewalt, Krieg und Ungerechtigkeit“, so Bürgermeister Hans-Josef Vogel. „Eine Weiterführung der Ehrung ist unmöglich. Wir müssen da als Stadt von Franz Stock besonders sorgsam sein.“ Vogel bedankt sich bei Herrn Hümmeke und Herrn Ruberg sowie allen weiteren Anliegern der beiden Straßen für ihr Verständnis und Engagement.

Als Begründung für die Wahl der beiden neuen Namen Clara-Schumann-Straße und Mozartweg führen die Anwohner auf, dass Musiker bzw. Komponisten unter den Arnsberger Straßennamen bislang eher gering vertreten seien. Die Anwohner sprechen sich damit nun für die Bildung eines „Kleinen Musikerviertels“ aus. Mit der Präferenz der bekannten deutschen Pianistin und Komponistin Clara Schumann neben dem Musiker Mozart solle zudem der Tatsache Rechnung getragen werden, dass in den in vielen deutschen Städten zu findenden Musikervierteln vor allem männlichen Künstlern und weniger Musikerinnen Ehre gezollt werde.

Quelle: Stadt Arnsberg