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Arnsberg. Die Stadt Arnsberg hat 35 Akteure des Arnsberger Wohnungsmarktes um ihre Einschätzung des lokalen Wohnungsmarktes gebeten. Die einzelnen Meinungen wurden über Fragebögen ermittelt. Ein Ergebnis: Unter anderem die Unterbringung von Flüchtlingen in privatem Wohnraum wird zunehmend ein Thema für private Vermieter.

Befragt wurden ‚Immobilienprofis‘, Mietervereine, Eigentümerschutzgemeinschaften und karitative Vereine. Das Ergebnis der Befragung ist allerdings nicht repräsentativ zu werten. In Verbindung mit zahlengestützten Indikatoren kann jedoch ein durchaus aussagekräftiges Bild der derzeitigen Wohnsituation in Arnsberg gezeichnet werden.

Angesichts der öffentlich geführten Diskussionen über befürchtete Leerstände infolge abnehmender Mieterzahlen beurteilen die Experten die Marktlage in quantitativer Hinsicht überraschend gelassen: Im Großen und Ganzen wird der Arnsberger Wohnungsmarkt als ausgewogen betrachtet. Ein dramatisches Überangebot wird derzeit nicht gesehen, wenngleich aber weiterhin erhebliche Leerstände im Wohnungsbau bestehen. Deutlicher als bei den vorherigen Befragungen zeigt sich aber, dass die veränderten Haushaltsstrukturen auch in Arnsberg zu anderen Wohnungsnachfragen führen. Dies hat zur Folge, dass selbst in Arnsberg mit einem rechnerisch entspannten Wohnungsmarkt in einigen Segmenten die Nachfrage nicht vollständig gedeckt werden kann. Hiervon sind z.B. kleine Wohnungen, barrierearme Wohnungen und Wohnungen in städtischen Randlagen betroffen.

Die Befragung widmete sich dieses Mal auch dem Thema der Bestandsimmobilien. Als wichtigstes Handlungsfeld sehen die Experten hier die Beseitigung des Instandsetzungsrückstaus, der sich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen wie z. B. niedriger Mietzins oder gestiegene Anforderungen, aufgebaut hat.

Erst nach Abschluss der Befragung setzte der verstärkte Zuzug von Flüchtlingen ein, so dass heute zum Thema der Wohnraumversorgung für Migranten eine andere Wertung erfolgen würde. Insofern hat die Entwicklung die Befragung überholt, die jedoch wichtige Anhaltspunkte auch für die Unterbringung von Menschen auf der Flucht gibt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Arnsberger Wohnungsmarkt das Potential zur Aufnahme von geflüchteten Menschen mit hohen Schutz- und Bleibeperspektiven aufweist. Die steigende Nachfrage durch Zuwanderung kann einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des lokalen Wohnungsmarktes leisten. Neben quantitativen Versorgungsaspekten sind dabei aber auch qualitative Aspekte wie die Erreichbarkeit von Infrastrukturen zu beachten.

Weitere und detailliertere Ergebnisse auch zum Investitionsklima und deren Einflussfaktoren können dem Bericht entnommen werden, der unter www.arnsberg.de/Stadtentwicklung einzusehen ist.

Quelle: Stadt Arnsberg