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Arnsberg. Am Mittwoch [20. August 2014] begann das neue Schuljahr in Nordrhein-Westfalen. Für viele ABC-Schützen beginnt damit die Schulzeit verbunden mit ungewohnten Schulwegen. Das bedeutet Gefahr für die Kinder durch den Straßenverkehr und fordert erhöhte Aufmerksamkeit bei Autofahrern.

Frank Gillert und Hubertus Kümmeke, Leiter der Arnsberger TÜV-Stationen, geben Tipps, worauf Eltern und Autofahrer in den nächsten Wochen achten sollten, wenn die kleinen ABC-Schützen den Straßenverkehr erobern.

Die Sicht der Kinder verstehen

Kindern fehlt wegen ihrer Körpergröße oft noch der nötige Überblick und müssen sich zum Beispiel zwischen den am Fahrbahnrand geparkten Fahrzeugen vortasten, um den fließenden Verkehr einsehen zu können und sind daher leicht zu übersehen. Doch auch wenn Autofahrer Kinder sehen, sollten sie weiter aufmerksam bleiben. „Kinder haben schnell andere Dinge im Kopf und können sich noch nicht so lange konzentrieren“, so Gillert. „Sie schätzen dann eine Situation vielleicht falsch ein, vergessen das gesehene Auto gleich wieder, handeln spontan, toben oder stolpern – da kann es schnell zu brenzligen Situationen kommen.

Kindern fehlt wegen ihrer Körpergröße oft noch der nötige Überblick und müssen sich zum Beispiel zwischen den am Fahrbahnrand geparkten Fahrzeugen vortasten. Foto: Pressebild / PickMeUp Werbeagentur GmbH / TÜV Nord

Kindern fehlt wegen ihrer Körpergröße oft noch der nötige Überblick und müssen sich zum Beispiel zwischen den am Fahrbahnrand geparkten Fahrzeugen vortasten. Foto: Pressebild / PickMeUp Werbeagentur GmbH / TÜV Nord

Kinder sind auch in ihrer Wahrnehmung noch nicht ausgereift: Tunnelblick, fehlendes räumliches Hören und eine langsamere Reaktionszeit müssen von anderen Verkehrsteilnehmern berücksichtigt werden. „Kinder um das sechste Lebensjahr haben außerdem ein so genanntes magisches Weltbild“, so der TÜV-Experte von der Station Am Siegenbittel 9. „Sie gehen dann davon aus: Weil ich das Auto gesehen habe, hat mich der Fahrer auch gesehen.

„An der Bordsteinkante immer erst stehen bleiben“

Eltern können im Vorfeld viel dafür tun, um ihre Kinder auf die selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten. Die vielen neuen Eindrücke im Straßenverkehr, aber auch in der Schule, bedeuten Stress. „Ängstliche Kinder sind schlechter lernfähig. Sie an die Hand zu nehmen vermittelt Geborgenheit“, weiß Hubertus Kümmeke. „Auch klare Anweisungen, wie an der Bordsteinkante stehen zu bleiben und nach links und rechts zu gucken, helfen ihnen, sich in dem neuen Umfeld zu orientieren.

Eltern sollten den Schulweg mehrfach mit dem Kind abgehen, um es an die Gefahren im Straßenverkehr in konkreten Situationen heranzuführen. Dazu gehört auch, mit dem Kind immer das sichere Überqueren der Straßen zu trainieren. Nach einiger Zeit können Eltern dem Kind zunehmend die Führung überlassen und nur noch in Gefahrensituationen vorbeugend eingreifen. „Kinder sind nach der Schule müde und daher unfallgefährdeter als morgens. Planen Sie also ausreichend Zeit für den Schulweg ein“, so der Stationsleiter aus der Eickelstraße 8-10. Gehen die Kinder bald alleine zur Schule, sollten Eltern trotzdem von Zeit zu Zeit ihr Kind auf dem Schulweg begleiten, für den Fall, dass sich doch wieder eine Unsicherheit eingeschlichen hat.

Die richtige Kleidung

Zum sicheren Schulweg gehören auch helle, gut sichtbare Kleidung, Kinderwarnwesten und ein Schulranzen mit reflektierenden Flächen“, empfiehlt Kümmeke. „In dem Alter ist leuchtende Kleidung auch noch eher spannend und toll als uncool und kann gerade in der dunklen Jahreszeit Leben retten.“ Trotz aller Vorbereitung bleiben Kinder Kinder. Deshalb bitten die TÜV-Experten die Arnsberger Autofahrer aufmerksam zu bleiben – vor allem im Umkreis von Schulen und in Wohngebieten. „Fahren Sie langsam und seien Sie stets bremsbereit – den Kindern zuliebe!

TÜV-STATIONEN Arnsberg
Stationsleiter Frank Gillert
Am Siegenbittel 9
59759 Arnsberg

Hubertus Kümmeke
Eickelstraße 8-10
59757 Arnsberg

Quelle: PickMeUp Werbeagentur GmbH